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CNC-Zerspanung war bislang an drei Voraussetzungen geknüpft: Platz, Kapital und erfahrenes Fachpersonal. Das Braunschweiger Start-up LBR Manufacturing greift alle drei Annahmen an. Gemeinsam mit Autodesk zeigt das Unternehmen, wie eine kompakte Fünf-Achs-Fräsmaschine den Einstieg in die professionelle In-House-Fertigung verändern kann.

Maschine passt durch eine Standardtür

Das zentrale Merkmal der LBR-Maschine ist ihre Baugröße. Sie lässt sich durch eine Standardtür transportieren und in bestehende Räumlichkeiten integrieren. Ingenieurbüros, Designstudios oder unternehmensinterne Werkstätten kommen damit als Aufstellorte in Betracht. Aufwendige Infrastrukturmaßnahmen, wie sie bei konventionellen Bearbeitungszentren anfallen, entfallen.

Für viele Mittelständler scheitert die In-House-Fertigung nicht am Konzept, sondern an Platzmangel und den Umbaukosten für geeignete Produktionsflächen. Eine Maschine, die in vorhandene Strukturen passt, senkt diese Hürde spürbar.

CAD-CAM-Workflow ohne jahrelange Einarbeitung

LBR Manufacturing setzt auf Autodesk Fusion als integrierte CAD-CAM-Plattform. CAD bezeichnet die rechnergestützte Konstruktion, CAM die anschließende Ableitung von Maschinenprogrammen. Bisher erfordert dieser Übergang vom digitalen Modell zum fertigen Bauteil oft spezialisiertes Wissen und separate Softwaresysteme.

Fusion verbindet beide Schritte in einer Umgebung. Konstruktion, Simulation und Werkzeugpfad-Programmierung laufen in einem Werkzeug ab. Das verkürzt den Weg vom Entwurf zur ersten Bearbeitung. Für Betriebe, die bislang Prototypen oder Kleinserien extern vergeben haben, kann das die Durchlaufzeit und die Abhängigkeit von Lohnfertigern reduzieren.

Fünf Achsen auch für kleine Losgrößen

Fünf-Achs-Fräsen erlaubt die Bearbeitung komplexer Geometrien in einer Aufspannung. Das Bauteil muss seltener umgespannt werden, was Fehler reduziert und die Taktzeit, also die Zeit pro Bauteil, verkürzt. Bislang war diese Technologie vor allem in der Luft- und Raumfahrt sowie im Formenbau verbreitet, wo entsprechende Stückzahlen und Budgets vorhanden sind.

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LBR positioniert die Maschine explizit für kleinere Betriebe und Entwicklungsabteilungen. Das Ziel ist nicht die Massenproduktion, sondern die flexible Einzelteil- und Kleinserienfertigung direkt am Entwicklungsstandort.

Automatisierung des Gesamtprozesses

LBR und Autodesk beschreiben ihr Konzept als durchgängige Prozesskette. Vom digitalen Modell über die Simulation bis zur fertigen Bearbeitung soll möglichst wenig manuelle Übertragungsarbeit anfallen. Fehlerquellen durch Medienbrüche, etwa beim Export von CAD-Daten in separate CAM-Systeme, sollen so reduziert werden.

Gerade in Betrieben ohne dediziertes CNC-Fachpersonal ist dieser Punkt relevant. Eine integrierte Softwareumgebung mit geführten Arbeitsabläufen senkt die Einarbeitungszeit. Ob das in der Praxis auch bei komplexen Bauteilen trägt, wird sich im Einsatz zeigen müssen.

Was das für produzierende Betriebe bedeutet

Für Einkäufer und Produktionsleiter stellt sich eine konkrete Frage: Lohnt es sich, bestimmte Zerspanungsaufgaben wieder in den eigenen Betrieb zu holen? Die Antwort hängt von Stückzahlen, Bauteilkomplexität und verfügbarem Personal ab.

Die Kombination aus kompakter Maschinengröße und integriertem CAD-CAM-Workflow trifft einen realen Engpass. Viele Mittelständler sind auf externe Lohnfertiger angewiesen, weil die eigene Fertigung weder Platz noch ausgebildetes Personal für CNC-Bearbeitung hat. Ein niedrigerer Einstiegspunkt bei Maschine und Software kann diese Kalkulation verschieben.

Gleichzeitig gilt: Fünf-Achs-Bearbeitung bleibt anspruchsvoll. Werkzeugwahl, Spannkonzepte und Prozesssicherheit erfordern Erfahrung. Eine vereinfachte Softwareoberfläche ersetzt das nicht vollständig.

Fazit

LBR Manufacturing und Autodesk adressieren mit ihrer Kombination aus kompakter Fünf-Achs-Maschine und integrierter CAD-CAM-Software eine Lücke im Markt. Kleine und mittlere Betriebe sowie Entwicklungsabteilungen, die bisher auf Lohnfertiger angewiesen waren, erhalten einen konkreten Ansatz für die In-House-Zerspanung. Wie tragfähig das Konzept im industriellen Alltag ist, wird der breitere Praxiseinsatz zeigen.

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