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Forvia Hella steigt in die Entwicklung eines spiegelfreien, dreidimensionalen Head-up-Displays ein. Der Lippstädter Automobilzulieferer hat dazu eine strategische Partnerschaft mit dem finnischen Start-up Distance Technologies geschlossen. Hella Ventures, der Investitionsarm des Unternehmens, beteiligt sich finanziell an dem Vorhaben.

Weniger Bauraum, mehr Tiefe

Konventionelle Head-up-Displays, kurz HUD, projizieren Bilder über integrierte Spiegel auf die Windschutzscheibe. Das kostet Platz im Armaturenbereich. Der neue Ansatz verzichtet vollständig auf diese Spiegel, was den benötigten Einbauraum erheblich reduziert.

Grundlage ist die sogenannte 3D-Lichtfeldtechnik. Sie erzeugt räumliche Darstellungen, die dem Fahrer direkt ins Sichtfeld eingeblendet werden. Die virtuellen Inhalte sollen sich in die reale Fahrzeugumgebung einfügen.

Distance Technologies ist Spezialist für KI-basierte, patentierte rechnergestützte Optik und 3D-Lichtfeldtechnik und bringt Embedded-Software-Kompetenz in die Partnerschaft ein. Forvia Hella steuert Expertise in Fahrzeugelektronik, Lichttechnik und optischen Systemen bei, ergänzt durch Entwicklungs- und Industrialisierungserfahrung.

Anwendungsfälle: Navigation, Spurführung, Warnhinweise

Das System soll komplexe Fahrerinformationen dreidimensional darstellen. Dazu gehören dynamische Navigationshinweise, die die Zielstraße direkt im Blickfeld hervorheben. Spurführung und Ausfahrthinweise erscheinen präzise auf der Fahrbahn. Gefahreninformationen lassen sich exakt auf den relevanten Bereich des Sichtfelds projizieren.

Die dargestellten Inhalte sollen individuell anpassbar sein. Aktualisierungen sollen per Software-Update möglich sein, ohne dass Hardware ausgetauscht werden muss. Für Fahrzeughersteller und Flottenbetreiber ist das ein relevanter Punkt: Funktionserweiterungen über die gesamte Fahrzeuglaufzeit lassen sich so nachträglich einspielen.

Hochautomatisiertes Fahren als weiterer Einsatzbereich

Die dreidimensionale Tiefenprojektion schafft laut den Unternehmen auch einen virtuellen Raum für Unterhaltungs- und Kommunikationsanwendungen. Bei hochautomatisiertem Fahren kann der Fahrer diese Inhalte nutzen, wenn er die Fahraufgabe nicht aktiv übernimmt.

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Für Fahrzeughersteller bedeutet das eine breitere Nutzung der verbauten Displaytechnologie über den reinen Fahrbetrieb hinaus. Die Plattform deckt damit mehrere Anforderungsprofile ab: sicherheitsrelevante Anzeigen, Fahrerassistenz und Infotainment.

Fazit

Forvia Hella verbindet mit dieser Partnerschaft industrielle Serienentwicklungskompetenz mit einer spezialisierten Optiktechnologie aus Finnland. Ob und wann das System in die Serienproduktion geht, haben die Unternehmen nicht kommuniziert.