Stell dir vor, in einem einzigen Jahr verschwinden über 120.000 Arbeitsplätze in der deutschen Industrie. Diese Zahl ist keine Fiktion, sondern traurige Realität.

Die gesamte Wirtschaft steckt in einer tiefen Krise. Besonders das verarbeitende Gewerbe ist betroffen. Viele Betriebe müssen Stellen streichen, um zu überleben.

Doch es gibt Ausnahmen. Während die Autobranche allein etwa 50.000 Jobs verlor, zeigen sich zwei Bereiche deutlich robuster. Die Chemie- und Pharmaindustrie kam vergleichsweise glimpflich davon.

Die echten Lichtblicke sind jedoch die Metallindustrie und die Elektrotechnik. Diese Sparten entwickeln sich entgegen dem allgemeinen Abwärtstrend. Sie schaffen sogar neue Stellen.

In diesem Artikel siehst du, welche Zahlen diese Entwicklung belegen. Du erfährst, warum diese Branche trotz der schwierigen Lage punkten kann. Wir werfen einen Blick auf regionale Unterschiede und Zukunftsperspektiven.

Wichtige Erkenntnisse

  • Die Elektrobranche entwickelt sich positiv, während viele andere Industriezweige schrumpfen.
  • Über 124.000 Arbeitsplätze gingen in der deutschen Industrie im letzten Jahr verloren.
  • Die Automobilindustrie verzeichnete den größten Verlust mit rund 50.000 Stellen.
  • Die Elektrotechnik zählt neben der Metallindustrie zu den wenigen Wachstumsbereichen.
  • Dieser Artikel liefert konkrete Daten und zeigt regionale Unterschiede auf.
  • Experten bleiben trotz positiver Signale weiterhin vorsichtig.
  • Strukturelle Veränderungen sind für eine langfristige Stabilisierung nötig.

Marktübersicht und aktuelle Entwicklungen

Die aktuellen Marktdaten offenbaren eine gespaltene Lage in der deutschen Industrie. Eine Analyse der Beratungsgesellschaft EY, basierend auf Zahlen des Statistischen Bundesamts, liefert dir den genauen Einblick.

Positive Tendenzen in Zahlen und Daten

Seit 2023 sind die Industrieumsätze insgesamt um fast fünf Prozent gefallen. Das vierte Quartal 2025 war bereits das zehnte in Folge mit Rückgängen.

Einzelne Branchen zeigen aber Stärke. Während Auto-, Papier- und Textilbranche verloren, legten Metallindustrie und Elektrotechnik zu.

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Die Daten aus Baden-Württemberg sind ein Highlight. Im Dezember 2025 stiegen die Aufträge in der Metall- und Elektroindustrie um 24,2 Prozent zum Vorjahresmonat.

Branche Entwicklung Umsatz Zeitraum
Automobilindustrie starker Rückgang 2024-2025
Papierindustrie Rückgang 2024-2025
Textilindustrie Rückgang 2024-2025
Metallindustrie Zuwachs 2024-2025
Elektrotechnik Zuwachs 2024-2025

Einfluss von globalen und nationalen Trends

Globale Herausforderungen sind aber da. Die Elektroexporte sanken von Januar bis November 2024 um vier Prozent. Das betraf alle großen Märkte wie China und die USA.

Dennoch steht für Firmen in Baden-Württemberg im Gesamtjahr 2025 ein Auftragszuwachs von 7,5 Prozent in den Büchern. Bundesweit hatten aber 38 Prozent der Unternehmen Auftragsmangel.

Diese Daten zeigen: Die positive Entwicklung in der Elektro- und Metallbranche ist vor dem schwachen Gesamttrend besonders bemerkenswert.

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Elektroindustrie als Gewinner: Beschäftigung wächst gegen den Trend

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Während viele Industriezweige schrumpfen, hält sich die Elektrobranche erstaunlich stabil.

Ein direkter Vergleich der Wachstumszahlen zeigt dir das ganze Bild.

Wachstumszahlen im direkten Vergleich

Ende letzten Jahres arbeiteten in der deutschen Industrie etwa 5,38 Millionen Menschen.

Das sind gut 124.000 weniger als im Vorjahr. Der Stellenabbau fiel damit fast doppelt so hoch aus wie 2024.

Seit 2019 sank die Zahl der Beschäftigten um rund 266.000. Das ist ein Minus von knapp fünf Prozent.

Die Automobilbranche verzeichnete die schwersten Verluste. Seit 2019 schrumpfte die Beschäftigung um 13 Prozent oder 111.000 Menschen.

Im Vergleich dazu fiel die Reduktion in der Elektrobranche moderater aus. Sie ging auf zuletzt rund 892.000 Menschen zurück.

Das ist eine Reduktion von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Branche Veränderung seit 2019 Veränderung im letzten Jahr
Gesamtindustrie -5% (~266.000 Menschen) -124.000 Stellen
Automobilindustrie -13% (111.000 Menschen) starker Rückgang
Elektrobranche Daten für 2019 fehlen -2% (auf 892.000 Menschen)

Veränderungen der Beschäftigungsstruktur

Die Struktur der Arbeitsplätze wandelt sich grundlegend. Traditionelle Industrien schrumpfen massiv.

Technologieorientierte Bereiche wie die Elektrotechnik bleiben vergleichsweise stabil.

Ein positives Signal kommt aus der Produktion. Im Dezember legte die M+E-Produktion in Baden-Württemberg um 3,2 Prozent zu.

Am stärksten wuchsen die Elektrotechnik und die Metallverarbeitung.

Für das Gesamtjahr 2025 schmolz der Produktionsrückgang in diesem Bundesland auf nur noch minus 0,3 Prozent.

Das belegt die Erholung in diesem Schlüsselsektor.

Regionale Einblicke und Branchenvergleiche

Baden-Württemberg gilt als das industrielle Herz Deutschlands, doch auch hier zeichnet sich ein gemischtes Bild ab. Die regionalen Daten helfen dir, die Unterschiede zwischen den Branchen besser zu verstehen.

Besonderheiten in Baden-Württemberg

Zum Jahresende 2025 arbeiteten in den Metall- und Elektrobetrieben des Landes 938.700 Menschen. Das sind 3,3 Prozent weniger als Ende 2024.

Dieser Stand ist der niedrigste seit Juli 2016. Seit dem Höchststand Mitte 2019 gingen 70.500 Jobs verloren. Besonders stark traf es den Automotive-Bereich.

Die Produktion erholte sich jedoch. Im Dezember stieg sie um 3,2 Prozent. Die Elektrotechnik und Metallverarbeitung trieben dieses Wachstum an.

Für das Gesamtjahr 2025 schrumpfte die Produktion nur noch um 0,3 Prozent. Die Kapazitätsauslastung bleibt aber unter dem Durchschnitt.

Die Produktion liegt rund 15 Prozent unter dem Spitzenniveau von 2018.

Unterschiede zu anderen Industriesegmenten

Im Vergleich zu anderen Segmenten zeigt die Elektrotechnik Stärke. Traditionelle Bereiche wie Automobilzulieferer oder Textilindustrie schrumpfen weiter.

Selbst in einer starken Region wie Baden-Württemberg stellt die Elektrotechnik eine Ausnahme dar. Sie entwickelt sich deutlich besser als viele andere Industriesparten.

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Herausforderungen und Lösungsansätze

Bürokratie und Steuerlast sind zwei der größten Herausforderungen für die Elektroindustrie. Du siehst hier, welche konkreten Hürden bestehen und welche Lösungen diskutiert werden.

Überwindung von Regulierungsdickichten

Der ZVEI spricht von einem undurchdringlichen Regulierungsdickicht. In der EU kamen in fünf Jahren 13.000 neue Vorschriften hinzu.

In den USA waren es nur 3.000. Diese Bürokratie kostet die deutsche Wirtschaft über 65 Milliarden Euro jedes Jahr.

Neun von zehn Firmen bewerten den Aufwand als hoch. Er behindert ihre Innovationskraft.

Der Verband fordert die nächste Bundesregierung zum Handeln auf. Das Lieferkettengesetz muss überarbeitet werden.

Maßnahmen zur Steuerreform und Senkung von Strompreisen

Die Industrie verlangt eine grundlegende Steuerreform. Der Solidaritätszuschlag soll ganz wegfallen.

Die Unternehmenssteuern müssen international wettbewerbsfähig werden. Zudem sind die Strompreise ein Problem.

Die Stromsteuer sollte auf den europäischen Mindestsatz sinken. Immer höhere Netzentgelte belasten die Firmen.

Ökonom Marcel Fratzscher sieht andere Wege. Er will klimaschädliche Subventionen streichen.

Das betrifft 60 Milliarden Euro pro Jahr. Auch das Ehegattensplitting kostet 22 Milliarden.

Bereich Forderung der Industrie (ZVEI) Gegenvorschlag (Marcel Fratzscher)
Steuern Abschaffung Solidaritätszuschlag, Senkung der Unternehmenssteuern Abschaffung klimaschädlicher Subventionen (60 Mrd. €/Jahr), Ende des Ehegattensplittings (22 Mrd. €/Jahr)
Strompreise Senkung der Stromsteuer auf EU-Mindestsatz, Begrenzung der Netzentgelte (nicht direkt adressiert)
Bürokratie Rücknahme von Regulierungen, Überarbeitung Lieferkettengesetz (nicht direkt adressiert)

Die Diskussion zeigt unterschiedliche Ansätze. Die Politik muss abwägen.

Technologische Fortschritte und Zukunftsperspektiven

Der ZVEI-Präsident sieht trotz kurzfristiger Schwierigkeiten langfristiges Potenzial. Drei Megatrends prägen die kommenden Jahre.

Elektrifizierung, Digitalisierung und Automatisierung sind die Treiber. Sie können neue wirtschaftliche Dynamik entfalten.

Elektrotechnik im Wandel und Digitalisierung

Die Digitalisierung durchdringt heute alle Bereiche der Fertigung. Sie ermöglicht völlig neue Geschäftsmodelle.

Vernetzte Wertschöpfungsketten und effizientere Prozesse sind das Ergebnis. Die Elektrotechnik nimmt hier eine Schlüsselposition ein.

Sie verbindet Wettbewerbsfähigkeit mit modernem Klimaschutz. Diese Entwicklung gibt der Branche einen strategischen Vorteil.

Automatisierung und innovative Produktionsverfahren

Automatisierung steigert die Effizienz in der Produktion deutlich. Smarte Verfahren ermöglichen eine flexiblere Fertigung.

Sie kann besser auf individuelle Kundenwünsche eingehen. Für 2025 sagt der ZVEI zwar einen weiteren Produktionsrückgang voraus.

Langfristig blickt die Branche aber positiv in die Zukunft. Technologisch ist sie für die Effizienzwende gut aufgestellt.

Dr. Gunther Kegel betont: „Technologisch sind wir auf den klimaneutralen Umbau vorbereitet.“ Er fordert zugleich politisches Handeln.

Weniger Bürokratie und mehr Raum für Innovationen sind nötig. Die Zukunftsfähigkeit hängt von beidem ab: technischem Fortschritt und den richtigen politischen Entscheidungen.

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Ausblick und abschließende Gedanken

Für einen echten Aufschwung in den Betrieben braucht es noch etwas Geduld. Ökonomen erwarten für 2026 ein Wachstum der deutschen Wirtschaft von rund ein Prozent.

Einen breiten Aufschwung siehst du wohl erst 2027. Dann entfalten staatliche Investitionen ihre volle Wirkung. Die Bundesregierung muss jedoch umfassende Reformen anpacken.

Der Fachkräftemangel bleibt ein großes Problem. Er verhindert höhere Wachstumsraten. Experten fürchten, dass der Stellenabbau 2026 weitergeht.

Die Elektroindustrie zeigt relative Stärke. Der Produktionsrückgang lag im Vorjahr bei minus 0,3 Prozent. Für dieses Jahr wird ein weiteres Minus von zwei Prozent erwartet.

Zum Ende 2025 gab es positive Signale. Die strukturellen Probleme müssen in den kommenden Jahren gelöst werden. Technologische Trends wie die Automatisierungstechnik gewinnen an Fahrt. Die nächsten Jahre sind entscheidend.

FAQ

Wie hat sich die Beschäftigung in der deutschen Industrie entwickelt?

Während viele Sektoren rückläufige Zahlen melden, zeigt die Elektrotechnik und Elektroindustrie ein robustes Plus. Gegen den allgemeinen Trend ist die Zahl der Arbeitsplätze in diesem Bereich in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen.

Welche Zahlen belegen das Wachstum der Branche?

Die aktuellen Daten des ZVEI und des Statistischen Bundesamtes sind eindeutig. Die Produktion erreicht regelmäßig neue Höchstwerte im Bereich von mehreren hundert Milliarden Euro Umsatz. Dies schlägt sich direkt in der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt nieder.

Welche Rolle spielt Baden-Württemberg für den Sektor?

Das Bundesland ist ein zentraler Innovations- und Produktionsstandort. Unternehmen wie Bosch und Siemens sind hier stark vertreten und treiben mit Investitionen in Digitalisierung und Automatisierung die Wertschöpfung voran, was sich positiv auf die regionale Beschäftigung auswirkt.

Was sind die größten Herausforderungen für die Elektroindustrie?

Neben der globalen Konjunktur belasten hohe Energiepreise und regulatorische Hürden die Betriebe. Die Bundesregierung arbeitet an Entlastungen, etwa durch eine geplante Strompreisbremse und die Vereinfachung von bürokratischen Prozessen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.

Wie verändert die Digitalisierung die Branche?

Die Elektrotechnik durchläuft einen fundamentalen Wandel. Innovative Produktionsverfahren, vernetzte Systeme und Automatisierung steigern nicht nur die Effizienz, sondern schaffen auch neue, anspruchsvolle Arbeitsplätze für Fachkräfte.

Wie sieht die Zukunftsperspektive aus?

Der Ausblick ist positiv, getrieben durch Megatrends wie E-Mobilität, erneuerbare Energien und Industrie 4.0. Um das Wachstum nachhaltig zu sichern, sind jedoch weitere Investitionen in Forschung und die Beseitigung von Standortnachteilen wie hohen Steuern und Abgaben entscheidend.