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Der elektrische Audi A4 E-tron wird frühestens im Frühjahr 2029 vom Band laufen. Das berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Konzernkreise. Ursprünglich war der Produktionsstart für Mitte 2028 vorgesehen. Die Verschiebung um rund ein Jahr trifft eines der volumenstärksten Modelle der Marke.

SSP-Plattform als Engpass

Der A4 E-tron sollte als erstes Modell auf der neuen VW-Konzernplattform SSP (Scalable Systems Platform) starten. Die SSP ist die Nachfolgearchitektur für die bestehende MEB-Plattform und soll künftig Fahrzeuge verschiedener Konzernmarken tragen. Mit der Verzögerung des A4 verschiebt sich auch der SSP-Anlauf insgesamt.

Als technische Ursachen werden Probleme mit dem 48-Volt-Bordnetz und der Software-Plattform SDV 1.0 (Software Defined Vehicle) genannt. SDV 1.0 ist die konzernweite Softwarearchitektur, die zentrale Fahrzeugfunktionen über wenige leistungsstarke Steuergeräte steuern soll. Die Integration dieser Systeme in die SSP-Architektur hat sich als aufwändiger erwiesen als geplant.

A4-Lücke im Modellportfolio

Der klassische Audi A4 mit Verbrennungsmotor läuft bereits seit 2024 nicht mehr vom Band. Als Überbrückung bietet Audi seither den A5 als Verbrenner- und Hybridvariante sowie den elektrischen A6 an. Der A6 ist jedoch in einem höheren Preissegment angesiedelt. Im direkten Mittelklassesegment fehlt Audi damit bis mindestens Frühjahr 2029 ein elektrisches Volumenmodell.

Für Zulieferer und Produktionsstandorte bedeutet die Verschiebung verlängerte Planungsunsicherheit. Welche Werke den A4 E-tron fertigen sollen und in welchem Umfang, ist öffentlich nicht bestätigt.

Konkurrenzdruck wächst

Während VW und Audi an der SSP-Entwicklung arbeiten, haben chinesische Hersteller ihre Modellzyklen deutlich verkürzt. Europäische Premiumhersteller stehen unter Druck, elektrische Volumenmodelle schneller auf den Markt zu bringen. Eine weitere Verzögerung beim A4 E-tron verschärft diese Situation für Audi.

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Medien berichten zudem von einem internen Machtkampf um die Technikhoheit innerhalb des VW-Konzerns. Wer die SSP-Entwicklung federführend verantwortet, ist offenbar nicht abschließend geklärt, was Entscheidungen erschwert und den Prozess verlangsamt.

Fazit

Die Verschiebung des A4 E-tron auf 2029 ist kein isoliertes Modellproblem. Sie zeigt, dass die SSP-Plattform als technisches Fundament des künftigen VW-Konzerns noch nicht serienreif ist. Für Zulieferer, die auf SSP-Aufträge gesetzt haben, bedeutet das: Abrufmengen und Anlauftermine müssen neu bewertet werden. Unternehmen mit direkter Abhängigkeit vom VW-Konzern sollten ihre Kapazitäts- und Liquiditätsplanung entsprechend anpassen.