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Der MAN-Geschäftsführer Dennis Affeld hat auf dem Zukunftstag Nutzfahrzeuge auf dem Lausitzring eine klare Rechnung aufgemacht. Wer fünf Jahre lang 100.000 Kilometer pro Jahr fährt, zahlt mit einem Diesel-Lkw 99 Cent pro Kilometer. Der elektrische Lkw liegt laut Affelds Kalkulation darunter. Wasserstoff-Fahrzeuge schneiden in diesem Vergleich schlechter ab. MAN hat diese Zahlen öffentlich vorgelegt.
Betriebskosten: E-Lkw günstiger als Diesel
Der Kostenvorteil des elektrischen Antriebs kommt vor allem aus niedrigeren Energiekosten und geringerem Wartungsaufwand. Der Kaufpreis eines E-Lkw liegt noch deutlich über dem eines vergleichbaren Dieselfahrzeugs. Bei ausreichender Jahresfahrleistung gleicht sich dieser Nachteil über die Nutzungsdauer aus. Flottenbetreiber mit hohen Kilometerleistungen auf bekannten Routen profitieren am stärksten.
Wer bisher mit dem Argument der höheren Anschaffungskosten gewartet hat, sollte die Gesamtkostenrechnung für den eigenen Betrieb neu aufsetzen.
Ladeinfrastruktur: Der kritische Engpass
Das eigentliche Problem liegt nicht im Fahrzeug, sondern im Netzanschluss. Berichte aus der Branche belegen: Die Erweiterung von Netzanschlüssen an Industriestandorten und großen Lkw-Ladehubs dauert in Deutschland teilweise bis zu zehn Jahre. Das ist ein strukturelles Problem der Energieinfrastruktur.
Was ein Depot-Ladekonzept voraussetzt
Ein Lade-Depot für einen mittleren Fuhrpark benötigt erhebliche Anschlussleistung. Wer heute einen Antrag auf Netzanschluss stellt, bekommt in vielen Regionen keinen gesicherten Termin unter mehreren Jahren. Wer 2029 oder 2030 elektrisch fahren will, muss spätestens jetzt mit dem Netzanschlussverfahren beginnen.
Auf dem Betriebsgelände kommen bauliche Voraussetzungen hinzu: Fläche für Ladeinfrastruktur, Kabelwege, Transformatoren. Diese Planungen binden Kapital und Zeit, bevor das erste Fahrzeug geladen wird.
Förderung: Nächste Runde ab Januar 2027
Die erste Förderrunde für Ladeinfrastruktur von E-Lkw wird derzeit abgearbeitet. Eine weitere Runde ist für Januar 2027 angekündigt. Betriebe, die sich jetzt mit den Antragsvoraussetzungen vertraut machen, können dieses Fenster nutzen. Wer wartet, riskiert, dass Mittel ausgeschöpft sind oder sich die Konditionen ändern.
Was das für Industrie- und Logistikbetriebe bedeutet
Bei entsprechender Fahrleistung ist der elektrische Lkw bereits wirtschaftlich. Die offene Frage ist, ob der eigene Standort die Infrastruktur tragen kann und bis wann.
Fuhrparkleiter und Produktionsverantwortliche sollten prüfen: Wie lang sind die typischen Routen, und welche Fahrzeuge eignen sich für die Elektrifizierung? Welche Anschlussleistung ist am Standort verfügbar, und was kostet eine Erweiterung? Wie lang dauern die Genehmigungsverfahren beim zuständigen Netzbetreiber?
Im Handwerk und im regionalen Lieferverkehr läuft die Umstellung langsam, aber nachweisbar. 2026 wächst die Modellvielfalt bei leichten Nutzfahrzeugen. Für schwere Lkw im Fernverkehr bleibt die Ladeinfrastruktur auf Langstreckenkorridoren der limitierende Faktor.
Fazit
Die Betriebskostenrechnung spricht für den E-Lkw. Netzanschlüsse, Genehmigungen und Förderanträge brauchen Vorlaufzeit, die heute beginnen muss, wenn die Fahrzeuge in drei bis fünf Jahren rollen sollen. Betriebe, die jetzt mit der Standortanalyse beginnen, verschaffen sich Spielraum. Wer wartet, überlässt ihn dem Wettbewerber.




















