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Saudi-Arabiens wichtigste Landroute für Ölexporte ist außer Betrieb. Nach Drohnenangriffen auf Anlagen in den Regionen Riad und Medina hat das Königreich die Ost-West-Pipeline vorübergehend geschlossen. Das saudische Außenministerium bestätigte, mehrere Drohnen aus dem Irak hätten die Leitung getroffen. Es gab Verletzte und materielle Schäden.

Vier bis fünf Millionen Barrel täglich fallen aus

Die 1.200 Kilometer lange Pipeline transportierte bis zu ihrer Stilllegung täglich vier bis fünf Millionen Barrel Rohöl, was vier bis fünf Prozent des weltweiten Ölangebots entspricht. Die Leitung verbindet die Ostprovinz Saudi-Arabiens mit dem Roten Meer und umgeht damit die Straße von Hormus im Persischen Golf.

Die Straße von Hormus ist seit dem Krieg zwischen den USA und dem Iran für den Tankerverkehr weitgehend blockiert. Die Pipeline war bislang der einzige verlässliche Exportkanal für saudisches Öl. Dieser Weg ist nun ebenfalls unterbrochen.

Drei Engpässe gleichzeitig

Auf dem Weltölmarkt treffen derzeit drei Störungen zusammen: der blockierte Seeweg durch die Straße von Hormus, die Kontrolle der Huthi-Miliz über die Meerenge Bab al-Mandab zwischen dem Jemen und Dschibuti sowie die nun geschlossene Ost-West-Pipeline. Der Ölpreis ist infolgedessen auf über 100 Dollar je Barrel gestiegen.

Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz hatte zuletzt Saudi-Arabien mit weiteren Angriffen gedroht. Die Angriffe vom September 2026 sind nach dem Ende einer seit 2022 geltenden Waffenruhe die ersten größeren Kampfhandlungen zwischen den Saudis und den Huthi.

Irak reagiert mit Personalwechsel und Grenzschließung

Die irakische Regierung hat nach dem Angriff einen Militärkommandeur in der Provinz Maisan abgesetzt und den Grenzübergang Schalamtscheh zum Iran geschlossen. Irak und Saudi-Arabien haben gemeinsam bestätigt, dass die Angriffe von irakischem Staatsgebiet ausgingen, wo vom Iran unterstützte Milizen operieren. Eine großangelegte Fahndung nach den Tätern wurde eingeleitet.

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Riad erklärte, auf Ersuchen des irakischen Ministerpräsidenten vorerst auf einen Vergeltungsschlag zu verzichten. Saudi-Arabien behält sich aber ausdrücklich das Recht vor, alle erforderlichen Maßnahmen zum Schutz seiner Interessen zu ergreifen.

Was das für Einkauf und Produktion bedeutet

Für Unternehmen mit energieintensiver Produktion oder mit Rohstoffbezug über internationale Lieferketten ist die Lage ernst. Der Ölpreis über 100 Dollar je Barrel belastet direkt die Energiekosten. Indirekt steigen die Frachtkosten, weil Tanker längere Umwege fahren oder den Persischen Golf meiden.

Petrochemische Vorprodukte, Kunststoffe und Schmierstoffe könnten teurer und schwerer verfügbar werden. Einkäufer sollten prüfen, wie stark ihre Lieferketten von Öl aus der Golfregion abhängen. Diplomatische Bemühungen um ein Ende der Konflikte in der Region stocken.

Fazit

Der Drohnenangriff auf die Ost-West-Pipeline trifft Saudi-Arabien an einem strukturell schwachen Punkt. Alle drei Exportkorridore für Golfstaaten-Öl sind gleichzeitig gestört oder blockiert. Der Markt reagiert mit steigenden Preisen. Für Industriebetriebe in Deutschland bedeutet das höhere Energiekosten und volatilere Rohstoffpreise auf unbestimmte Zeit.