Das, was für stationäre Einzelhändler das Schaufenster ist, ist für Unternehmen im digitalen Raum die eigene Website. Sie dient als Aushängeschild, Kundenmagnet, Informationslieferant und zusammengefasst als erster Kontaktpunkt. Weil es für einen gelungenen ersten Eindruck keine zweite Chance gibt, muss die Unternehmenswebsite vom ersten Moment an überzeugen. Auch deshalb, weil Webseitenbesucher im Internet bereits nach wenigen Millisekunden ein Urteil über die Qualität der Website fällen.

Die Website muss als digitaler Erstkontakt mehrere Rollen ausfüllen

Es liegt in der Natur des Menschen, dass wir uns anhand des Ersteindrucks eine Meinung bilden. Das geschieht ganz unterbewusst, ist aber unvermeidbar. Für Unternehmen sollte es folglich darum gehen, eine sofort überzeugende Website zu erstellen, statt später eine möglicherweise negative Erstwahrnehmung mit viel Aufwand korrigieren zu müssen. Diese Überzeugungsarbeit muss die Website gegenüber mehreren Parteien leisten: Potenziellen Geschäftspartnern, Endkunden, Interessenten und auch möglichen Bewerbern für offene Stellen.

Sie alle verschaffen sich mit dem Besuch der Website einen Überblick über das Unternehmen: Wie es sich positioniert, wofür es steht, ob es sich eher als modern und zukunftsorientiert oder doch traditionell einordnen lässt. In der Praxis lassen sich daraus Rückschlüsse ziehen, die nicht immer, aber meistens zutreffen. Eine sehr stylische, moderne und mitunter mutige Website gehört mit großer Wahrscheinlichkeit einem zukunftsfähigen, womöglich eher agilen und modernen Unternehmen. Zeigen sich auf der Website hingegen Fehler, lange Ladezeiten, sie wirkt unstrukturiert und vernachlässigt, könnte das von den Besuchern der Seite als Indiz für mangelhafte Strukturen im Unternehmen gedeutet werden.

Die Erwartungshaltung der Nutzer spielt ebenfalls eine Schlüsselrolle. In den Anfangszeiten wurde im Internet noch deutlich mehr verziehen als heute. Das Internet war eben, auch für Unternehmen, gewissermaßen Neuland. Nun aber gehört das Internet fest zum Alltag von nahezu allen Menschen, damit steigerten sich Erwartungshaltung und Qualitätsanspruch im Gleichschritt. Nicht nur werden Unternehmenswebseiten als erster Kontaktpunkt vorausgesetzt, sie müssen qualitativ zugleich in jeder Hinsicht überzeugen – gelingt das nicht, hat das negative Auswirkungen auf die wahrgenommene Seriosität und kann sogar markenschädigend sein.

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Typische Wettbewerbsfehler und deren Folgen

Die Pflicht zur Website hat statistisch gesprochen die Mehrheit der deutschen Unternehmen erkannt. Das Mantra darf aber nicht „Hauptsache online, immerhin haben wir eine Website“ lauten. Eine halbherzige Umsetzung resultiert nahezu immer in Fehlern, die im weiteren Verlauf dazu führen könnten, dass die Webseite gegen statt für das Unternehmen arbeitet.

Dass die Website optisch gelungen und rein technisch im Netz erreichbar ist, ist ein gutes Fundament. Beides resultiert aber nicht automatisch in einer guten Website. Ist das Fundament vorhanden, sind die nächsten Schritte in den Fokus zu rücken. Hier spielen nun beispielsweise mehrwertbehaftete und hochwertige Inhalte eine Schlüsselrolle. Diese agieren praktisch gewissermaßen als Empfang, Vertriebler und PR-Fachkraft – und zwar rund um die Uhr. Die Inhalte auf der Unternehmenswebsite müssen folglich die Zielgruppe abholen, transparent informieren, Unternehmenswerte kommunizieren und über Tonalität und Aufbau zugleich die Identität der Marke aufgreifen.

Inhalte müssen qualitativ überzeugen, zugleich aber intuitiv und unkompliziert erreichbar sein. Damit rücken Struktur und Navigation der Website in den Mittelpunkt. Hierbei ist vermehrt an die Nutzer an mobilen Endgeräten zu denken. Webseitentechnologien wie Responsive Design können sicherstellen, dass sowohl mobile als auch Desktop-Nutzer eine optimale User-Experience auf der Website erhalten.

Ein weiterer häufiger Fehler ist eine Art Betriebsblindheit, die sich auch auf der Website manifestieren kann. Zwar wissen Unternehmen selbstverständlich ganz genau, was sie tun, nicht immer aber finden sich diese Informationen auf verständliche Weise auf der Website. Dabei ist von großer Wichtigkeit, essentielle Informationen wie Kontaktmöglichkeiten, Leistungsversprechen und Nutzen klar zu kommunizieren. Die letzte häufige Fehlerquelle, mangelnde Aktualität, lässt sich relativ leicht umgehen. Aber auch dafür ist im Unternehmen klar festzulegen, wer die Verantwortlichkeiten und Zuständigkeit dafür übernimmt.

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Qualität im Webauftritt heißt auch Sorgfalt und Rechtssicherheit

Die Qualität einer Unternehmenswebsite zeigt sich nicht nur in Design, Nutzerfreundlichkeit und Inhalten, sondern auch in ihrer Sorgfalt und Rechtssicherheit. Gerade weil die Website häufig proaktiv künftige Geschäftsbeziehungen vorbereitet und Seriosität vermitteln soll, können gravierende Mankos diesen Eindruck deutlich beeinträchtigen. Das gilt insbesondere dann, wenn Pflichtangaben fehlen oder technische und inhaltliche Standards nicht eingehalten werden.

Offensichtliche, aber auch weniger sichtbare Fehler können dazu führen, dass eine Website ihren Zweck nicht erfüllt. Veraltete oder unvollständige Angaben, fehlerhafte Informationen oder unklare Formulierungen wirken schnell unprofessionell und können Zweifel an der Zuverlässigkeit des Unternehmens wecken. Hinzu kommt, dass in Deutschland bestimmte Pflichtvorgaben gelten, die weniger ein unmittelbares Qualitätsmerkmal, umso mehr aber ein Ausdruck von Sorgfalt sind. Sämtliche Unternehmensangaben sollten korrekt, vollständig und aktuell sein. Nicht nur aus rechtlicher Sicht, sondern auch weil fehlende Angaben für Nutzer praktisch keinen Wert haben. Wie relevant dieser Bereich ist, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass beispielsweise schon eine Abmahnung wegen fehlerhaftem Impressum oder unvollständiger Datenschutzerklärung erhebliche Folgen haben kann.

Neben möglichen finanziellen Belastungen können rechtliche Verstöße auch marken- und rufschädigend sein und so den Zugang zu potenziellen Kunden oder Geschäftspartnern erschweren. Unternehmen benötigen dafür nicht zwingend eine eigene Rechtsabteilung, sollten die Website jedoch regelmäßig prüfen, idealerweise nach dem 4- oder 6-Augen-Prinzip. Ergänzend können spezialisierte externe Dienstleister unterstützen, Schwachstellen aufzudecken und geeignete Maßnahmen zu empfehlen.

Professionelle Webauftritte von Unternehmen sind mehr als nur eine digitale Visitenkarte

Die Unternehmenswebsite ist längst weit mehr als nur eine digitale Visitenkarte, sie ist ein entscheidender Bestandteil der Außenwirkung. Ob sie Vertrauen schafft oder Zweifel weckt, hängt maßgeblich davon ab, wie sorgfältig sie konzipiert, umgesetzt und gepflegt wird. Wer Inhalte, Gestaltung, Technik und rechtliche Anforderungen gleichermaßen im Blick behält, schafft damit die Grundlage für einen überzeugenden und nachhaltigen Auftritt im digitalen Raum.

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