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Drei Forschungsteams aus Deutschland konkurrieren um den Deutschen Zukunftspreis 2026. Der Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation ist mit 250.000 Euro dotiert und wird in diesem Jahr zum 30. Mal vergeben. Die Jury entscheidet am 18. November. Die nominierten Projekte betreffen flexible Langzeitspeicherung erneuerbarer Energie, ein neuartiges Intensivtherapiesystem und photonische Mikrochips für Rechenzentren.

Reversibles Kraftwerk als Antwort auf Dunkelflauten

Das erste nominierte Team besteht aus Dr. Stephan Herrmann, Felix Fischer und Prof. Dr. Hartmut Spliethoff. Ihr Projekt trägt den Titel „Dunkelflaute und Hellbrise“. Es dreht sich um ein reversibles Brennstoffzellenkraftwerk, das Stromerzeugung und Speicherung in einer Anlage vereint.

Das System arbeitet in zwei Richtungen. Bei Strommangel erzeugt es Elektrizität aus Bio-, Erdgas oder Wasserstoff. Gibt es dagegen Überschüsse aus Wind- und Solaranlagen, schaltet die Anlage innerhalb weniger Minuten um und wandelt den überschüssigen Strom in Wasserstoff oder synthetisches Methan um.

Die erzeugten Gase lassen sich in der bestehenden deutschen Gasinfrastruktur über Monate lagern. Damit ist saisonale Langzeitspeicherung möglich, ohne neue Netze bauen zu müssen. Das System verbindet Strom- und Gasnetz und reduziert Netzengpässe. Bisherige Batteriespeicher eignen sich nur für Zeiträume von Stunden oder wenigen Tagen.

Für Betriebe mit eigenem Energiemanagement oder Biogasanlagen ist das relevant. Aus einem reinen Stromerzeuger wird ein flexibel steuerbares Kraftwerk, das je nach Marktlage produziert oder speichert.

Multiorganversagen: Ein System statt vieler Maschinen

Das zweite Team kommt von der ADVITOS GmbH in München: Dr. Claus Jessen, Dr. Tobias Bingold und Christoph Hüßtege. Ihr Projekt befasst sich mit einem neuen Therapieansatz bei Sepsis und Multiorganversagen auf Intensivstationen.

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Bislang werden bei Multiorganversagen verschiedene Maschinen parallel eingesetzt. Dialyse übernimmt die Nierenfunktion, ECMO (extrakorporale Membranoxygenierung) stützt die Lunge. Diese Geräte arbeiten isoliert. Fällt ein Organ aus, gerät der Säure-Basen-Haushalt des Körpers aus dem Gleichgewicht, woraufhin weitere Organe in einer Kettenreaktion versagen.

Die ADVOS-Therapie (Advanced Organ Support) ersetzt diesen Ansatz durch ein integriertes System. Es entgiftet mehrere Organe gleichzeitig und stabilisiert das innere Milieu des Körpers als Gesamtsystem, mit dem Ziel, diese Kettenreaktion zu unterbrechen.

Multiorganversagen trifft Menschen jeden Alters, darunter Beschäftigte nach schweren Unfällen oder Infektionen. Fortschritte in der Intensivmedizin wirken sich damit auch auf Ausfallzeiten und Wiedereingliederung aus.

Photonische Chips: Licht ersetzt Kupferleitungen im Rechenzentrum

Das dritte nominierte Team besteht aus Prof. Dr. Christian Koos, Dr. Philipp Dietrich und Dr. Matthias Lauermann. Ihr Thema sind photonische Mikrochips, die Daten mit Lichtsignalen statt mit elektrischem Strom übertragen.

Klassische Rechenzentren stoßen an physikalische Grenzen. Stromverbrauch und Wärmeentwicklung wachsen mit jedem Schritt in Richtung größerer Rechenleistung. Photonische Chips übertragen Daten mit Licht, was den Energiebedarf senkt und die Übertragungsgeschwindigkeit deutlich erhöht.

Die Herausforderung liegt in der Fertigung. Das Team hat ein Verfahren entwickelt, mit dem optische Komponenten im 3D-Druckverfahren auf der Nanoskala direkt auf Mikrochips aufgebracht werden können. Das ermöglicht präzise Lichtbrücken zwischen einzelnen Chip-Elementen, ohne aufwendige manuelle Justage.

Für Unternehmen, die auf Cloud-Dienste oder eigene Rechenzentren setzen, könnte das mittelfristig die Betriebskosten für IT-Infrastruktur senken und die Rechenkapazität für KI-Anwendungen ausweiten.

Hintergrund

Der Deutsche Zukunftspreis 2026 bündelt drei Entwicklungen mit industrieller Relevanz: Langzeitspeicherung für erneuerbare Energie, verbesserte Intensivtherapie und leistungsfähigere Rechenzentren. Sie berühren Energiekosten, Personalausfälle und IT-Infrastruktur. Welches Team am 18. November gewinnt, ist offen.

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