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CATL hat am 14. September 2026 auf der IAA Transportation in Hannover die Batterieplattform Tectrans II für schwere Nutzfahrzeuge präsentiert. Das System folgt einem Baukastenprinzip: Standardisierte Batteriepakete lassen sich in variabler Anzahl kombinieren. Damit sollen Lkw, Sattelzüge und Busse unterschiedlicher Klassen auf einer gemeinsamen technischen Basis elektrifiziert werden.

Modularer Aufbau als Antwort auf heterogene Flotten

Der Kern der Plattform ist ein einheitliches Batteriepaket mit standardisierten Einbaumaßen, elektrischen Schnittstellen und Kommunikationsprotokollen. Fahrzeughersteller können dieselbe Grundeinheit für verschiedene Fahrzeugtypen nutzen, ohne die Fahrzeugarchitektur grundlegend zu verändern. CATL gibt an, dass dieser Ansatz die Entwicklungszeit für komplette Fahrzeuge um bis zu 50 Prozent verkürze. Die Forschungs- und Entwicklungskosten sollen sich um bis zu 70 Prozent reduzieren lassen.

Die Plattform ist kompatibel mit E-Achsen und Zentralantriebsarchitekturen. Sie unterstützt stationäres Laden und Batteriewechsel. Flottenbetreiber müssen sich damit nicht auf einen einzigen technologischen Ansatz festlegen.

Technische Kenndaten im Überblick

Energiedichte und Nutzlast

CATL gibt für Tectrans II eine gravimetrische Energiedichte von 170 Wh/kg an. Das liegt nach Unternehmensangaben rund 13 Prozent über dem Branchendurchschnitt. Bei gleicher Batteriekapazität ergibt sich dadurch eine um circa 0,6 Tonnen höhere mögliche Nutzlast. Für Spediteure und Flottenverantwortliche ist das ein relevanter Faktor bei der Wirtschaftlichkeitsrechnung.

Ladegeschwindigkeit und Wirkungsgrad

Die Plattform unterstützt Megawattladen. Damit soll ein Ladestand von 80 Prozent in 25 Minuten erreichbar sein. CATL spricht dabei von einem sogenannten All-Tab-Design mit niedriger Impedanz. Der angegebene Systemwirkungsgrad liegt bei 96 Prozent. In der Maximalkonfiguration soll die Plattform eine Reichweite von bis zu 1.000 Kilometern ermöglichen.

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Kooperation mit DHL zielt auf Fernverkehrskorridore

Parallel zur Produktvorstellung unterzeichneten CATL und die DHL Group eine Absichtserklärung. Sie baut auf einer globalen Vereinbarung auf, die beide Unternehmen bereits im September 2024 geschlossen hatten. Ziel ist die gemeinsame Entwicklung grüner Güterverkehrskorridore in Europa.

Konkret sollen stark befahrene Güterverkehrsrouten identifiziert werden. Für diese Strecken wollen beide Partner das Dekarbonisierungspotenzial, die Lebenszykluskosten und die Infrastrukturbereitschaft systematisch bewerten. DHL bringt dabei sein Logistiknetzwerk und operative Erfahrung ein, CATL die Batterietechnik. Geplant ist außerdem, gemeinsam mit Fahrzeugherstellern speziell ausgelegte Elektrofahrzeuge zu entwickeln und in Pilotprojekten zu testen.

Einordnung

Tectrans II ist kein fertiges Serienprodukt, sondern eine Plattformarchitektur. Fahrzeughersteller und Flottenoperatoren müssen prüfen, ob die angegebenen Werte zu ihren spezifischen Einsatzprofilen passen. Die angekündigten Einsparungen bei Entwicklungszeit und Kosten sind Herstellerangaben ohne unabhängige Bestätigung. Ein einheitlicher Batteriestandard könnte Beschaffung und Wartung in gemischten Flotten vereinfachen. Mit der Partnerschaft signalisiert CATL, dass das Unternehmen in die Systemintegration des Fernverkehrs vordringen will und nicht nur Komponenten liefern möchte.