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Highway Roop Precision Technologies hat Chamundi Die Cast Private Limited übernommen. Der von der Investmentgesellschaft Carlyle finanzierte indische Präzisionskomponentenhersteller mit Sitz in Narsinghpur bei Delhi schließt damit eine Lücke in seinem Fertigungsportfolio: Bislang lag der Schwerpunkt auf geschmiedeten und spanend bearbeiteten Bauteilen. Chamundi bringt Aluminium-Druckguss-Kompetenz hinzu.

Was Chamundi einbringt

Chamundi Die Cast wurde 1985 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Bangalore. Das Unternehmen fertigt komplexe, präzisionsbearbeitete Aluminium-Druckgusskomponenten für Automobil- und Industriekunden. Das Produktspektrum umfasst Wasser- und Ölpumpengehäuse, Getriebegussteile für Elektrofahrzeuge sowie Komponenten für Hochvolt-Kühlmittelheizer. Chamundi liefert an Kunden in Indien, Nordamerika und Europa.

Das Unternehmen beherrscht den vollständigen Prozess: Werkzeugdesign und -fertigung, Hochdruck- und Schwerkraftdruckguss, Präzisionsbearbeitung, Pulverbeschichtung und Montage. Die Tiefe der Fertigungskette macht Chamundi für Highway Roop interessant.

Strategische Logik der Übernahme

Highway Roop beliefert Tier-1-Zulieferer und Systemintegratoren, darunter ZF Friedrichshafen, Magna und Bosch. Zum bestehenden Portfolio gehören Differentialgetriebe, Kurbelwellen, Pleuelstangen, Kipphebelwellen, Flansche und Spindelbaugruppen. Diese Teile entstehen überwiegend durch Schmieden und spanende Bearbeitung.

Mit Chamundi ergänzt Highway Roop diese Plattform um Aluminium-Druckguss und Präzisionsbearbeitung. Das betrifft Bauteile in Lenkung, Getriebe und Antriebsstrang, wo Leichtbauanforderungen den Materialeinsatz bestimmen. Aluminium-Druckguss ist in diesen Bereichen das Standardverfahren für dünnwandige, formkomplexe Gehäuse und Träger.

EV-Portfolio als Argument

Chamundi hat nach eigenen Angaben ein wachsendes Portfolio an Komponenten für Elektrofahrzeuge. Getriebegussteile und Kühlmittelsystemkomponenten für Hochvolt-Anwendungen sind in diesem Segment gefragt. Highway Roop verbessert damit seine Position bei Kunden, die Zulieferer mit EV-tauglichen Fertigungskompetenzen bevorzugen.

Der Kaufpreis wurde nicht kommuniziert. Carlyle verfolgt mit solchen Zukäufen das Ziel, die Plattform vor einem späteren Exit zu verbreitern. Die Integration von Chamundi erweitert die Umsatzbasis und die Kundenreichweite von Highway Roop geografisch wie technologisch.

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Was das für Einkäufer und Produktionsleiter bedeutet

Wer Highway Roop als Lieferanten für geschmiedete Präzisionsteile kennt, bekommt mit dem Zukauf einen erweiterten Gesprächspartner. Das Unternehmen kann künftig Schmiedeteile und Aluminium-Druckgussbauteile aus einer Hand anbieten. Das kann die Lieferantenzahl bei komplexen Baugruppenlieferungen verringern.

Für europäische Abnehmer bleibt die Frage relevant, wie Chamundi seine Exportkette nach Europa organisiert. Das Unternehmen beliefert europäische Kunden bereits, Details zu Logistik und Zertifizierungsstand wurden nicht veröffentlicht. Einkaufsabteilungen, die indische Zulieferer qualifizieren, sollten diesen Punkt im Rahmen ihrer Lieferantenbewertung klären.

Fazit

Die Übernahme von Chamundi ist ein klassischer Plattformzukauf. Highway Roop schließt eine Fertigungslücke, stärkt sein EV-relevantes Portfolio und gewinnt Zugang zu einem etablierten Kundenstamm in drei Märkten. Für Abnehmer in Europa zeigt die Transaktion, dass der indische Zuliefermarkt seine Konsolidierung fortsetzt und größere, vertikal breiter aufgestellte Akteure entstehen.