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BMW setzt im Werk Spartanburg, South Carolina, den humanoiden Roboter Figure 03 in der Produktionslogistik ein. Das Gerät des kalifornischen Unternehmens Figure AI übernimmt dort die Sequenzierung von Zulieferteilen für die Fahrzeugmontage. Es handelt sich um den nächsten Ausbauschritt nach einem abgeschlossenen Pilotprojekt mit dem Vorgängermodell Figure 02.

Vom Karosseriebau in die Logistik

Figure 02 war ab 2025 über zehn Monate im Karosseriebau in Spartanburg im Einsatz. Der Roboter positionierte Blechteile für den Schweißprozess und begleitete die Produktion von mehr als 30.000 BMW X3 Fahrzeugen. Die Aufgabe erfordert hohe Wiederholgenauigkeit und ist körperlich belastend.

Dieses Projekt lieferte die Datenbasis für den Folgeschritt. Der neue Anwendungsfall liegt in der Intralogistik: Sequenzierung, also das geordnete Bereitstellen von Bauteilen in der Reihenfolge des Verbaubedarfs.

Wie Figure 03 in der Sequenzierung arbeitet

Angelieferte Komponenten treffen unsortiert in größeren Behältern ein. Figure 03 entnimmt die Teile und sortiert sie in einen Sequenzierungswagen. Dieser wird anschließend zu einem definierten Sammelpunkt gebracht. Von dort transportiert ein automatisierter Routenzug oder ein Smart Transport Robot die Teile zum Montageort. Den Mitarbeitenden in der Montage stehen die Bauteile dann just in sequence, also in der exakten Verbaureihenfolge, bereit.

Figure 03 ist gegenüber dem Vorgänger technisch weiterentwickelt. Das Modell hat taktile Sensoren und Kameras in den Handflächen für präziseres Greifen. Kabelloses Laden soll die Verfügbarkeit erhöhen. Weiche Außenkomponenten verbessern die Sicherheit im Betrieb neben Menschen. Hinzu kommt eine Audiofunktion für Sprachkommunikation.

Warum Sequenzierung ein strategischer Ansatzpunkt ist

Sequenzierungsaufgaben kommen in der Automobilproduktion vielfach vor. Sie sind repetitiv, erfordern aber variablen Greifzugriff, weil Teile in unterschiedlicher Lage angeliefert werden. Klassische Industrieroboter mit festen Bewegungsprogrammen sind für solche Anwendungen nur bedingt geeignet. Humanoide Systeme mit kamera- und sensorikgestützten Händen können diese Variabilität abdecken.

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Sequenzierung zählt außerdem zu den ergonomisch belastenden Tätigkeiten: wiederholtes Bücken, Greifen und Einlegen über mehrere Stunden. BMW formuliert den Einsatz humanoider Roboter ausdrücklich als Ergänzung bestehender Automatisierung, nicht als Ersatz für Belegschaft. Der Fokus liegt auf monotonen oder körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten.

Einbettung in die BMW-iFACTORY-Strategie

Der Einsatz in Spartanburg ist Teil des BMW-iFACTORY-Ansatzes, der digitale Planung und physische Produktion verknüpft. In der Halle 52, in der der BMW X3 und künftig der elektrifizierte BMW iX5 gefertigt werden, wurden digitale Anwendungen bereits in der Umbauplanung eingesetzt. Physical AI, also die Verbindung von KI-Systemen mit realen Maschinen und Robotern, ist dabei ein Baustein neben Sensorik, Routenzügen und Smart Transport Robots.

BMW verfolgt parallel weitere Logistikprojekte mit unterschiedlichen Technologien. Für das Werk Regensburg plant das Unternehmen bis 2030 eine vollständige Umstellung der Produktionslogistik auf Wasserstofftechnologie.

Fazit

Der Wechsel von Figure 02 zu Figure 03 in Spartanburg ist kein Neustart, sondern ein konsequenter Ausbau. BMW hat den ersten Piloten mit messbarem Produktionsbezug abgeschlossen und geht nun in einen anderen, in der Branche weit verbreiteten Anwendungsfall. Für Produktions- und Logistikverantwortliche in der Industrie ist relevant: Sequenzierungsaufgaben gelten als mögliches Einstiegsszenario für humanoide Roboter, weil sie strukturiert genug für Automatisierung, aber zu variabel für klassische Roboterlösungen sind. Ob sich Skalierbarkeit und Wirtschaftlichkeit bestätigen, hängt von den Betriebsergebnissen in Spartanburg ab.