Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.
BMW hat sein neues Batteriewerk im Landkreis Straubing-Bogen offiziell in Betrieb genommen. Der Standort Irlbach-Straßkirchen versorgt die deutschen Fahrzeugwerke München, Dingolfing, Regensburg und Leipzig mit Hochvoltbatterien der sechsten Generation. Die Investition beläuft sich auf rund eine Milliarde Euro. Der Hochlauf beginnt direkt im Zweischichtbetrieb.
Schneller Hochlauf wegen hoher Nachfrage
Zwischen Baubeginn im April 2024 und dem Start der Vorserienfertigung im März 2026 lagen weniger als zwei Jahre. Das ist für ein Werk dieser Größenordnung ein enger Zeitrahmen. Die Serienproduktion startete am 1. Oktober 2026. Zunächst beliefert das Werk das BMW-Stammwerk München, wo der neue BMW i3 montiert wird.
Wegen der hohen Nachfrage nach den Modellen der sogenannten Neuen Klasse läuft das Werk schneller hoch als geplant. Statt eines einschichtigen Anlaufs startete BMW direkt mit zwei Schichten. Das verkürzt die Zeit bis zur vollen Kapazitätsauslastung deutlich.
Batterie mit 108,7 kWh und 800-Volt-Technik
Die im Werk gefertigte Hochvoltbatterie hat eine Kapazität von 108,7 Kilowattstunden und wiegt rund 800 Kilogramm. BMW gibt die Reichweite des i3 50 xDrive als First Edition mit bis zu 906 Kilometern nach WLTP-Testzyklus an. Die eingesetzte 800-Volt-Technologie soll die Ladezeit um bis zu 30 Prozent gegenüber Vorgängergenerationen reduzieren.
Konstruktiv setzt BMW auf das Cell-to-Pack-Prinzip: Die zylindrischen Rundzellen sind direkt in das Batteriepaket integriert, ohne zwischengelagerte Modulebene. Das Batteriepaket selbst ist Teil der Karosseriestruktur, BMW nennt das Pack-to-open-Body. Beide Konzepte reduzieren Teileanzahl und Gewicht.
Werksstruktur: 150.000 Quadratmeter, 50.000 davon Produktion
Das Werk erstreckt sich auf einer Fläche von 150.000 Quadratmetern. Die eigentlichen Produktionsanlagen belegen davon 50.000 Quadratmeter. Für die Planung und Steuerung des Bauprojekts setzte BMW nach eigenen Angaben auf digitale Tools sowie auf eine enge Abstimmung mit Behörden, Politik und regionalen Partnern.
Bereits im September 2023 hatten die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Straßkirchen in einem Bürgerentscheid über die Werksansiedlung abgestimmt. Mehr als 75 Prozent der Abstimmenden sprachen sich dafür aus, bei einer Wahlbeteiligung von rund 77 Prozent. Die kommunale Zustimmung beschleunigte das Genehmigungsverfahren.
Bedeutung für das deutsche Produktionsnetzwerk
Für Produktions- und Einkaufsverantwortliche in der Zulieferindustrie ist der Standort eine neue feste Größe im BMW-Werkeverbund. Das Werk übernimmt die Batterieversorgung für alle deutschen Montagewerke. Das schafft Abhängigkeiten, aber auch Planbarkeit: Lieferanten, die Zellen, Gehäuse oder Fertigungstechnik für diesen Standort liefern, bedienen damit faktisch das gesamte deutsche BMW-Volumen.
Produktionsvorstand Raymond Wittmann ordnete die Investition als politisches wie industrielles Signal ein. Er verwies auf die Notwendigkeit verlässlicher und wettbewerbsfähiger Rahmenbedingungen als Grundlage für solche Entscheidungen. Konkrete Forderungen nannte er nicht.
Fazit
BMW hat in Irlbach-Straßkirchen ein Werk errichtet, das innerhalb von knapp zwei Jahren vom Spatenstich bis zur Serienproduktion kam. Das ist strukturell relevant für alle, die mit BMW in der E-Mobilität zusammenarbeiten: Der Standort wird zum Nadelöhr für die Batterieversorgung der deutschen BMW-Werke. Wer dort als Lieferant oder Dienstleister tätig ist, sitzt an einer zentralen Stelle der Wertschöpfungskette. Für den Standort Deutschland ist die Milliarden-Investition ein Datenpunkt. Mehr nicht, aber auch nicht weniger.



















