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Vier Gründungsteams aus Deutschland, Dänemark und Österreich kommen am 11. September in den Chemiepark Bitterfeld-Wolfen. Das Programm „Scale New Chemistry“ des Forum Rathenau e.V. bringt sie mit Fach- und Führungskräften aus der chemischen Industrie zusammen. Es ist die dritte Session einer Reihe, die den Übergang vom Labor in den industriellen Maßstab begleiten soll.

Pilotmaßstab als Engpass

Der Schritt vom Labornachweis zur industriellen Anwendung ist in der Chemie besonders anspruchsvoll. Kapital, Infrastruktur und Zugang zu industriellen Partnern fehlen vielen Gründungsteams in dieser Phase. Forum-Rathenau-Vorstandsvorsitzender Professor Ralf Wehrspohn beschreibt die Problemlage: Viele gute Ansätze bleiben im Pilotmaßstab stecken, weil diese drei Voraussetzungen nicht gleichzeitig vorhanden sind.

Die vier Startups der aktuellen Kohorte arbeiten an konkreten technischen Themen: Enzyme für günstige Zweitgenerations-Zucker aus Biomasse, Silica-Materialien für die Metallrückgewinnung und zur Entfernung von PFAS (per- und polyfluorierten Alkylverbindungen), biozidfreier Schutz gegen Oberflächenbewuchs sowie die Umwandlung von Biomasse zu netzfertigem grünem Gas. Alle vier Unternehmen stehen überwiegend im Pilotmaßstab mit ersten Kunden.

Struktur des Tages

Der 11. September ist in zwei Phasen gegliedert. Am Vormittag finden vertrauliche Einzelgespräche zwischen den Gründungsteams und ihren Mentoren aus der Industrie statt. Am Nachmittag werden die Ergebnisse in größerer Runde präsentiert. Die Arbeitsphase läuft im geschlossenen Rahmen.

Ab 17 Uhr öffnet das Programm. Im Metall-Labor Dr. Adolf Beck des Chemieparks Bitterfeld-Wolfen können Interessierte mit Gründern und dem Programmteam sprechen. Das Networking-Event ist für alle offen, die Anknüpfungspunkte für das eigene Unternehmen suchen.

Partner und Methodik

Hinter dem Programm stehen mehrere institutionelle Partner. Das Format wurde gemeinsam mit Deep, dem Institute for Deep Tech an der ESMT Berlin, entwickelt. Weitere Partner sind die KI-Plattform Citrine Informatics und der Chemiepark Bitterfeld-Wolfen. Die Startups arbeiten mit datengetriebenen und KI-gestützten Methoden an Fragestellungen der chemischen Industrie. Ergänzt wird das Programm durch KI-Projekte mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus der Region.

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Als Mentor im Programm ist unter anderem Frank Lerch von FEW Chemicals aus Bitterfeld aktiv. FEW Chemicals ist ein Hersteller von Feinchemikalien am Standort. Die Einbindung regionaler Industrieunternehmen als Mentoren ist Teil des Konzepts.

Chemiestandort Mitteldeutschland

Das Mitteldeutsche Chemiedreieck mit seinen Standorten Bitterfeld-Wolfen, Leuna und Schkopau hat gewachsene Infrastruktur, Anlagen und Fachkompetenz. Diese Ressourcen für junge Technologieunternehmen zugänglich zu machen, ist erklärtes Ziel des Forums. Patrice Heine, Geschäftsführer des Chemieparks Bitterfeld-Wolfen und Vorstand des Forum Rathenau, sieht darin einen Baustein auf dem Weg zu einer kohlenstoffneutralen Chemie.

Veranstaltungshinweis

Für Einkaufs- und Produktionsverantwortliche in der Chemie und in chemieabnehmenden Branchen sind die Themen der aktuellen Kohorte relevant: Metallrückgewinnung, PFAS-Entfernung und Biogaserzeugung. Das Networking-Event am Abend des 11. September bietet die Möglichkeit, mit den Gründungsteams in Kontakt zu treten, ohne Konferenzbeitrag oder Vorauswahl.