Nach Jahren des Stillstands zeigt die deutsche Baubranche endlich wieder positive Zahlen. Für das Jahr 2025 verzeichnet sie erstmals seit langer Zeit ein klares Wachstum bei Aufträgen und Umsatz.

Das ist eine echte Trendwende. „Damit ist die lange Zeit der Baurezession endlich vorbei“, bestätigt Tim-Oliver Müller vom Bundesverband der Deutschen Bauindustrie.

Du siehst hier einen wichtigen Aufschwung für die gesamte Wirtschaft. Doch dieser verläuft in den beiden großen Sparten sehr unterschiedlich.

Der eine Bereich wird stark durch staatliche Infrastrukturprojekte gestützt. Der andere Teil der Branche hingegen entwickelt sich weiterhin nur langsam.

Diese geteilte Entwicklung prägt die aktuelle Konjunktur. Sie eröffnet dir neue Perspektiven, je nachdem in welchem Sektor dein Unternehmen tätig ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die deutsche Baubranche hat 2025 die lang ersehnte Trendwende geschafft.
  • Auftragseingang und Umsatz zeigen erstmals seit Jahren wieder Wachstum.
  • Die Entwicklung verläuft in den beiden Hauptsparten sehr unterschiedlich.
  • Große Infrastrukturprojekte des Staates treiben einen Bereich stark an.
  • Der andere große Sektor kämpft weiterhin mit einer schwachen Dynamik.
  • Für Unternehmen ergeben sich daraus ganz verschiedene Chancen.
  • Experten sehen die lange Phase der Baurezession nun als beendet an.

Marktüberblick: Trends und Zahlen in der deutschen Bauindustrie

Die aktuellen Statistiken zeichnen ein klares Bild: Der deutsche Bausektor hat 2025 die lang erwartete Trendwende vollzogen. Du siehst hier einen echten Aufschwung, der sich in harten Zahlen widerspiegelt.

Aktuelle Entwicklungen und Statistiken

Das inflationsbereinigte Auftragsvolumen legte um 6,8 Prozent zu. Noch dynamischer entwickelten sich die Auftragseingänge. Preisbereinigt stiegen sie um 7,5 Prozent.

Der reale Jahresumsatz wuchs um 2,4 Prozent. Das ist erstmals seit 2020 wieder ein Plus. Die folgende Tabelle fasst die Kernzahlen für dich zusammen:

Kennzahl 2025 Veränderung zum Vorjahr
Auftragsvolumen (real) +6,8 %
Auftragseingang (real) +7,5 %
Auftragseingang (nominal) +10,1 %
Jahresumsatz (real) +2,4 %

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Relevante Marktbewegungen

Die Zahl der Betriebe mit mindestens 20 Beschäftigten stieg um 0,5 Prozent auf etwa 9.500. Das unterstreicht die Stabilisierung auf einem neuen Niveau.

Von 2022 bis 2024 war die Entwicklung noch rückläufig. Höhere Zinsen und Materialkosten bremsten viele Projekte. Der aktuelle Trend zeigt nun eine deutliche Erholung.

Bis zum Jahresende 2025 hat sich diese positive Dynamik gefestigt. Für Unternehmen in der Branche ergeben sich daraus neue Chancen.

Tiefbau: Neue Rekordwerte und öffentliche Aufträge

Ein Sektor sticht in der aktuellen Konjunktur besonders hervor: der Tiefbau. Hier konzentriert sich der aktuelle Aufschwung.

Wachstum durch Großprojekte

Die Order in diesem Bereich wuchsen preisbereinigt um 6,2 Prozent. Das ist ein neuer Höchststand. Großaufträge waren die wesentlichen Treiber.

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Sie kamen vor allem zur Sanierung von Bahnstrecken und für den Ausbau der digitalen Infrastruktur. Statistiker bestätigen, dass diese Projekte maßgeblich zum Rekordergebnis beitrugen.

Auch der staatlich dominierte Straßenbau verzeichnete ein Plus von 6,2 Prozent. Er zählt zum Tiefbau und ist oft von solchen Großaufträgen geprägt.

Sanierung und Infrastrukturinvestitionen

Die Dynamik wird von zwei Hauptmotoren angetrieben. Das sind die Sanierung maroder Verkehrswege und gezielte Bauinvestitionen in neue Netze.

Unternehmen in dieser Branche profitieren direkt von dieser wachsenden Nachfrage. Die größeren Betriebe setzten 120,5 Milliarden Euro um.

Die Ausweitung des gesamten Volumens ging allein auf den Tiefbau zurück. Erstmals seit 2020 verzeichnete der Sektor damit wieder real wachsende Erlöse.

Der öffentlichen Bau mit seinen langfristigen Projekten sichert diese wirtschaftliche Stabilität. Er ist das starke Fundament für das hohe Niveau.

Hochbau: Wohnungsbau im Stagnationsmodus

Für den Hochbau und speziell den Wohnungsbau bleibt die Lage angespannt. Die positive Entwicklung der gesamten Branche kommt hier nur langsam an.

Du siehst einen klaren Widerspruch. Der Auftragseingang im Hochbau legte um 7,5 Prozent zu. Der reale Jahresumsatz sank jedoch um 0,8 Prozent.

Auswirkungen auf private Investitionen

Der Hochbau hängt stark von privater Nachfrage ab. Hohe Zinsen und Materialkosten dämpften diese in den letzten Jahren.

Private Investitionen bleiben deshalb zurückhaltend. Das spürst du besonders bei Bauherren, die neue Projekte planen.

Herausforderungen in der Nachfrage

Der Wohnungsbau startete 2025 von einem sehr niedrigen Niveau. Mit einem Zuwachs von 10,1 Prozent verzeichnete er die stärkste Steigerung im Vergleich.

Trotzdem verharrt er im Stagnationsmodus. Die Nachfrage zieht nur allmählich an.

Das stellt Unternehmen vor große Planungsunsicherheiten. Der Neubau kommt nur langsam in Schwung.

Kennzahl 2025 (Hochbau) 2025 (Wohnungsbau)
Auftragseingang (real) +7,5 % +10,1 %
Jahresumsatz (real) -0,8 % Daten folgen
Ausgangsniveau Gering Sehr niedrig

In diesem Jahr müssen viele Wohnungen gebaut werden. Der akute Wohnraummangel erfordert schnelles Handeln.

Die Branche wartet aber noch auf verlässliche Impulse. Erst dann kann sich der Hochbau nachhaltig erholen.

Auftragseingänge und Umsatzentwicklung – Einblicke in die Zahlen

Die Entwicklung von Aufträgen und Erlösen liefert dir die entscheidenden Fakten zur Konjunktur. Die Jahreszahlen für 2025 zeigen einen klaren Aufschwung.

Du siehst aber auch, dass die Dynamik von Monat zu Monat schwankte. Die Gesamtbilanz fällt dennoch positiv aus.

Preisbereinigte Entwicklungen

Der preisbereinigte Auftragseingang stieg um 7,5 Prozent. Das ist die wichtigste Kennzahl.

Sie filtert Preiserhöhungen heraus. So erkennst du das echte Wachstum der Aufträge.

Auch der Jahresumsatz legte preisbereinigt um 2,4 Prozent zu. Diese Steigerung ist ein starkes Signal.

Vergleichswerte zum Vorjahr

Im nominalen Vergleich zum Vorjahr sieht es noch besser aus. Die Bestellungen stiegen hier um 10,1 Prozent.

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Der Umsatz der größeren Betriebe kletterte nominal um 5,0 Prozent auf 120,5 Milliarden Euro. Die Beschäftigtenzahl wuchs um 1,1 Prozent.

Am Jahresende gab es jedoch einen Dämpfer. Im Dezember fielen die Aufträge um 4,9 Prozent. Im November gab es dagegen ein Plus von 8,5 Prozent.

Kennzahl 2025 Vergleich zum Vorjahr
Auftragseingang (preisbereinigt) +7,5 %
Auftragseingang (nominal) +10,1 %
Jahresumsatz größerer Betriebe (nominal) 120,5 Mrd. € +5,0 %
Durchschnittlich Beschäftigte 540.000 +1,1 %

Der Vergleich zeigt dir eine stabile Entwicklung auf höherem Niveau. Trotz kurzer Rücksetzer profitieren Unternehmen von der gestiegenen Aktivität.

Die gestiegenen Bauinvestitionen kommen in der Branche an. Die Konjunktur hat sich gefestigt.

Zukunftsweisende Impulse im öffentlichen Bau und digitale Verfahren

Bundeskanzler Friedrich Merz hat ein klares Ziel formuliert: endlich wieder bauen. Milliarden aus Sondervermögen für die Baubranche und das Militär sollen starke Impulse setzen.

Der Bedarf ist enorm. Viele Straßen, Brücken und Schienen sind marode. Gleichzeitig müssen viele Wohnungen gebaut werden, um den akuten Mangel zu bekämpfen.

Digitalisierung zur Prozessoptimierung

Die größte Hürde ist die Umsetzung. Unternehmen warten ungeduldig auf Genehmigungen. Zu viel Bürokratie bremst die Prozesse aus.

Eine rein digitale Abwicklung wäre der entscheidende Turbo. Sie beschleunigt Planung und Genehmigung. Mehr Vereinheitlichung hilft ebenfalls.

Die folgende Tabelle zeigt dir die zentralen Treiber und ihre Dringlichkeit:

Bereich Konkreter Bedarf Zeithorizont
Verkehrsinfrastruktur Sanierung maroder Straßen & Brücken Dringend
Wohnungsbau Neubau vieler Wohnungen Dieses Jahr
Bundeswehr Sanierung von Kasernen & Übungsplätzen Kommende Jahre
Digitale Infrastruktur Bau von Rechenzentren Wachsende Nachfrage

Die angepeilte Verteidigungsfähigkeit setzt massive staatliche Investitionen voraus. Diese bringen der Branche zusätzliche Aufträge.

Der Verband rechnet mit einem anhaltenden Aufschwung. Für 2026 wird ein reales Umsatzplus von 2,5 Prozent erwartet.

Bauindustrie: Tiefbau profitiert von öffentlichen Aufträgen, Hochbau stagniert

Für Unternehmen ergeben sich aus der Trendwende klare, aber unterschiedliche Chancen. Die Baubranche bewegt sich jetzt auf zwei Geschwindigkeiten.

Der Aufschwung nach vielen schwierigen Jahren ist ein wichtiger Anfang. Um die früheren Rückgänge auszugleichen, reicht das aktuelle Niveau aber noch nicht.

Marktposition und Potenziale im Fokus

Die Auftragsbücher haben sich wieder gefüllt. Der Verband rechnet mit einer Fortsetzung des Aufwärtstrends.

Die Branche hofft auf ein besseres Baujahr. Besonders im Wohnungsbau und bei staatlichen Bauinvestitionen wird eine stärkere Nachfrage erwartet.

Die größte Herausforderung ist die Umsetzung. Die Lücke zwischen Plan und Realität muss schnell geschlossen werden.

Bereich Haupttreiber Unternehmenschance
Tiefbau Öffentliche Großaufträge Stabile Projektpipeline
Hochbau Private Nachfrage Längerfristige Erholung

Dein Unternehmen kann diese verschiedenen Potenziale nutzen. Die Entwicklung in den kommenden Jahren hängt von konkreten Projekten ab.

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Ausblick und Abschlussgedanken zur Zukunft der Baubranche

Der positive Trend gibt Anlass zur Hoffnung, doch die eigentliche Arbeit beginnt jetzt. Der Verband erwartet für 2026 ein reales Umsatzplus von 2,5 Prozent.

Du siehst, wie der Wirtschaftsbau von der Nachfrage nach Rechenzentren profitiert. Das eröffnet neue Felder. Der Wohnungsbau wird voraussichtlich leicht anziehen, wenn Bauherren verlässliche Rahmenbedingungen für den Neubau erhalten.

Entscheidend sind die Impulse aus dem öffentlichen Bau. Hier stehen Milliarden für Infrastruktur bereit. Die schnelle Umsetzung dieser Projekte ist der Schlüssel.

Bis zum Jahresende 2025 operierte die Branche auf einem höheren Niveau. Dieses Wachstum muss sich in den kommenden Jahren festigen. Die gesamte Wirtschaft profitiert von einem stabilen Aufschwung im Bau.

Letztlich hängt die Zukunft davon ab, ob die Politik die Weichen richtig stellt und die Unternehmen machen lässt. Dann kann die Trendwende in eine nachhaltige Entwicklung münden.

FAQ

Warum wächst der Tiefbau aktuell stärker als der Hochbau?

Der Tiefbau erhält starke Impulse durch umfangreiche öffentliche Investitionen in Infrastrukturprojekte wie Straßen, Schienen und Brücken. Diese staatlichen Aufträge sorgen für eine stabile Nachfrage und treiben den Umsatz. Im Gegensatz dazu kämpft der Hochbau, besonders der Wohnungsneubau, mit nachlassender privater Nachfrage und hohen Kosten.

Welche Rolle spielen öffentliche Bauherren für die Konjunktur der gesamten Branche?

Öffentliche Bauherren sind der entscheidende Treiber für die Entwicklung. Ihre Investitionen in Infrastruktur und Sanierung schaffen verlässliche Aufträge und gleichen die Schwäche im privaten Sektor aus. Diese Dynamik stützt den Jahresumsatz der Unternehmen und verhindert einen stärkeren Einbruch.

Kann man für 2025 mit einer Trendwende im Wohnungsbau rechnen?

Experten erwarten für das Jahr 2025 keine schnelle Erholung. Die Stagnation im Wohnungsneubau wird sich voraussichtlich fortsetzen. Gründe sind weiterhin hohe Finanzierungskosten und eine verhaltene Nachfrage. Eine spürbare Belebung ist frühestens in den Folgejahren zu erwarten.

Wie entwickeln sich die Auftragseingänge und der Umsatz preisbereinigt?

Preisbereinigt, also ohne den Effekt gestiegener Baukosten, zeigt sich ein differenziertes Bild. Während im Tiefbau ein reales Plus verzeichnet wird, stagnieren oder fallen die Werte im Hochbau. Der Gesamtumsatz der deutschen Bauindustrie bleibt damit nahezu auf dem Niveau des Vorjahres.

Welche Bedeutung hat die Digitalisierung für die zukünftige Entwicklung?

Digitale Verfahren wie Building Information Modeling (BIM) werden immer wichtiger. Sie optimieren Planung und Umsetzung von Großprojekten, senken Kosten und verkürzen Bauzeiten. Für Unternehmen ist die Investition in diese Technologien ein Schlüssel, um wettbewerbsfähig zu bleiben und von öffentlichen Aufträgen zu profitieren.