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Ein manueller Zwischenschritt verschwindet aus dem Wareneingang: Das AutoCase-System von AutoStore erlaubt es, angelieferte Kartons unmittelbar im automatischen Kleinteilelager einzulagern. Bislang mussten Kartons zunächst auf Paletten zwischengelagert, verwaltet und zu einem späteren Zeitpunkt manuell ins System eingebracht werden. Das norwegische Logistikunternehmen Nowaste Logistics hat diesen Ansatz als erstes Unternehmen weltweit produktiv umgesetzt. Die Installation übernahm Swisslog.
Saisonware als Treiber der Lösung
Das betroffene Logistikterminal von Nowaste Logistics verarbeitet große Mengen an Bekleidung. Die Ware kommt in Kartons aus Asien und trifft viele Wochen vor dem eigentlichen Verkaufsstart ein. Der Bestand muss für eine gesamte Saison vorgehalten werden, die bis zu sechs Monate dauern kann.
Bisher lagerte Nowaste Logistics die Kartons auf Paletten in konventionellen Palettenregalen. Mitarbeiter füllten das AutoStore-System je nach Warenabgang manuell nach. Dieser Pufferprozess erforderte kontinuierliche manuelle Bestandsverwaltung. Personal, Zeit und Fläche waren dauerhaft gebunden.
Wie AutoCase den Prozess verändert
AutoCase ermöglicht, Kartons direkt beim Wareneingang in das AutoStore-Grid einzulagern. Das Grid ist das dreidimensionale Regalsystem, in dem Roboter die Behälter transportieren und stapeln. Der manuelle Puffer entfällt vollständig.
Nach der Einlagerung stehen zwei Wege offen. Entweder wird der Karton ungeöffnet als vollständiges Gebinde an den Empfänger ausgeliefert, oder er wird an eine Kommissionierstation weitergeleitet, wo einzelne Aufträge bearbeitet werden. Beide Varianten laufen innerhalb des Systems ab.
Lagerdichte und Durchsatz
AutoStore-Systeme gelten in der Intralogistik als platzsparend. Das Grid nutzt die verfügbare Raumhöhe konsequent aus. Durch die direkte Kartoneinlagerung entfällt zusätzlich die Fläche für den Palettenpuffer. Für Betriebe mit saisonalen Schwankungen oder langen Vorlaufzeiten kann das Flächenentlastung bedeuten.
Der Durchsatz hängt von der Anzahl der eingesetzten Roboter ab. AutoStore-Systeme sind skalierbar: Roboter lassen sich im laufenden Betrieb ergänzen.
Relevanz für Industrie und Handel
Der Anwendungsfall bei Nowaste Logistics ist kein Einzelphänomen. Viele Handels- und Industrieunternehmen stehen vor demselben strukturellen Problem: Ware trifft gebündelt in Kartons ein, wird aber in Einzelmengen kommissioniert oder weiterverteilt. Der Bruch zwischen Wareneingang und Lager kostet Fläche, Personal und Zeit.
AutoCase adressiert diesen Bruch direkt. Ob das System für einen konkreten Betrieb wirtschaftlich ist, hängt von Faktoren wie Kartonformaten, Durchsatzanforderungen und verfügbarer Deckenhöhe ab. Pauschale Aussagen zur Amortisation lassen sich ohne betriebsspezifische Daten nicht treffen.
Vergleichbare Automatisierungsprojekte im AutoStore-Umfeld, etwa bei HelloFresh für den Kühlbereich, zeigen, dass das System in unterschiedlichen Branchen und Temperaturzonen eingesetzt wird. Die Kombination aus Kartoneinlagerung und Kommissionierung erweitert das Einsatzspektrum.
Fazit
AutoCase schließt eine operative Lücke in automatisierten Kleinteillagern: Der manuelle Palettenpuffer zwischen Wareneingang und AutoStore-System entfällt. Nowaste Logistics hat die Praxistauglichkeit als Erstanwender belegt. Für Unternehmen mit hohem Kartonaufkommen und saisonalen Lagerbedarfen ist die Lösung ein konkreter Ansatz zur Prozessverdichtung. Eine Investitionsentscheidung erfordert eine individuelle Systemauslegung durch den Integrator.




















