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Microchip Technology aus Chandler, Arizona, und der Automobilzulieferer Marelli aus Saitama, Japan, haben gemeinsam eine Display-Lösung vorgestellt, die auf dem offenen Standard ASA Motion Link basiert. Die Technik überträgt Grafik- und Videoinhalte direkt vom zentralen Fahrzeugrechner an Fahrzeugdisplays, ohne proprietäre Zwischenschnittstellen zu benötigen.
Zentralrechner statt verteilter Grafikeinheiten
Moderne Fahrzeugarchitekturen verlagern Rechenleistung zunehmend in einen zentralen Fahrzeugcomputer. Displays im Cockpit müssen dabei dennoch zuverlässig mit Bild- und Videodaten versorgt werden. Bisher erforderten solche Architekturen oft dedizierte Grafikprozessoren je Display oder proprietäre Verbindungsstandards einzelner Hersteller. Beides erhöht Komplexität und Einkaufsabhängigkeiten.
ASA Motion Link, kurz ASA-ML, ist ein offener Standard für automobile Videoübertragung. Er definiert, wie Videodaten zwischen Fahrzeugkomponenten transportiert werden, unabhängig vom Hersteller der Sende- oder Empfangskomponente. Microchip liefert für die vorgestellte Lösung die Halbleiterkomponenten, Marelli die Display-Expertise aus dem Cockpit-Geschäft.
Was der Demonstrator zeigt
Die gemeinsam entwickelte Referenzlösung demonstriert, dass sich Grafiken und Videos vom Zentralrechner eines Fahrzeugs über ASA-ML direkt auf Automotive-Displays streamen lassen. Der Demonstrator richtet sich an Fahrzeughersteller, die ihre Display-Architektur vereinfachen wollen.
Konkrete Serienanwendungen oder Vertragsabschlüsse mit Fahrzeugherstellern haben beide Unternehmen nicht kommuniziert. Angaben zu Stückkosten, Zeitplanung oder Umsatzzielen der Kooperation blieben aus.
Offene Standards im Fahrzeugbau
Offene Schnittstellenstandards verändern die Einkaufsstrategie von Fahrzeugherstellern. Wer nicht an proprietäre Protokolle einzelner Tier-1-Lieferanten gebunden ist, kann Komponenten breiter ausschreiben. Das schafft Wettbewerb auf Zuliefererseite und reduziert Abhängigkeiten im Beschaffungsprozess.
Für Halbleiterhersteller wie Microchip eröffnet ein offener Standard neue Absatzwege: Ihre Chips lassen sich in jede ASA-ML-konforme Umgebung integrieren, unabhängig davon, welchen Display-Lieferanten ein Fahrzeughersteller wählt. Für Marelli gilt das spiegelbildlich auf der Display-Seite.
Einordnung für Einkauf und Entwicklung
Fahrzeughersteller und deren Entwicklungsabteilungen verfolgen seit Jahren, wie sich E/E-Architekturen (Elektrik- und Elektronikarchitekturen) vom verteilten Steuergeräteverbund zum zentralisierten Rechnersystem verschieben. ASA-ML ist ein weiterer Baustein, der diesen Übergang standardbasiert absichern soll.
Für Einkäufer in der Automobilindustrie bedeutet die Verfügbarkeit solcher offenen Standards, dass sie bei künftigen Ausschreibungen von Display-Systemen Herstellerneutralität als Anforderung formulieren können. Voraussetzung ist, dass sich ASA-ML in der Breite durchsetzt, was von der Anzahl der Marktteilnehmer abhängt, die den Standard adoptieren.
Microchip und Marelli sind nicht die einzigen Akteure in diesem Feld. Ob und wie schnell ASA-ML zur dominierenden Lösung für automobile Videoübertragung wird, lässt sich auf Basis der bisherigen Ankündigung nicht beurteilen.
Fazit
Die Kooperation zwischen Microchip Technology und Marelli zeigt eine Richtung bei Fahrzeug-Display-Architekturen an: weg von proprietären Verbindungen, hin zu offenen, standardbasierten Schnittstellen. Konkrete Auswirkungen auf laufende Beschaffungsprozesse ergeben sich erst, wenn Fahrzeughersteller den Standard in Lastenheften verankern.




















