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Schnaithmann Maschinenbau hat seine Montage- und Transfersysteme um Autonome Mobile Roboter erweitert. Die AMR transportieren Werkstückträger, Kleinladungsträger und komplette Baugruppen selbstständig zwischen definierten Übergabepunkten. Die Fahrzeuge arbeiten ohne fest installierte Führungssysteme wie Schienen oder Bodenmarkierungen.

Warum dieser Ansatz für die Produktion relevant ist

Die Nachfrage nach kleineren Losgrößen und häufigeren Variantenwechseln stellt klassische Montagelinien vor ein strukturelles Problem. Feste Transfersysteme sind auf einen definierten Materialfluss ausgelegt. Ändern sich Produkt oder Layout, folgen aufwendige Umbauten und Stillstandszeiten.

AMR umgehen dieses Problem durch ihre Navigationsfreiheit. Sie erhalten neue Routen per Software, nicht durch bauliche Eingriffe. Für Betriebe mit wechselnden Auftragsstrukturen bedeutet das weniger Rüstaufwand und kürzere Reaktionszeiten bei Produktwechseln.

Mobile Roboterstationen durch Kombination mit Cobots

Schnaithmann kombiniert die AMR mit kollaborativen Robotern, kurz Cobots. Cobots sind Leichtbauroboter, die ohne Schutzzäune direkt neben Menschen arbeiten können. Auf einem AMR montiert, entsteht eine vollständige mobile Roboterstation.

Diese Station kann selbstständig an eine Montagelinie heranfahren, eine Aufgabe ausführen und anschließend zur nächsten Position weiterfahren. Eine feste Verkabelung oder mechanische Andockinfrastruktur ist dafür nicht zwingend erforderlich, was den Installationsaufwand beim Erstzugang senkt.

Der GESSbot als konkretes Beispiel

Als Fahrzeugbasis setzt Schnaithmann unter anderem den GESSbot des Herstellers Gessmann ein. Dieser AMR wird mit einem BS21-Flachriemenband von Schnaithmann kombiniert. Das System transportiert Werkstückträger autonom zwischen Übergabepunkten einer Transfer- oder Montagelinie. Die Übergabepunkte sind softwareseitig definiert, nicht durch physische Stationen fixiert.

Was das für Produktionsplaner bedeutet

AMR-basierte Systeme eignen sich besonders für Produktionsumgebungen, in denen Layoutänderungen häufig vorkommen oder geplant sind. Auch Pilotlinien und Produktionshochlaufphasen profitieren, weil die Infrastrukturinvestitionen geringer ausfallen als bei klassischen Transportsystemen.

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Gleichzeitig bringt der Ansatz Anforderungen mit sich, die Planer vorab klären müssen. AMR benötigen ausreichend freie Fahrgassen, definierte Übergabepunkte und eine zuverlässige WLAN-Infrastruktur für die Steuerung. Die Integration in bestehende Fertigungsleitsysteme erfordert Schnittstellen, die vorab spezifiziert werden müssen.

Die OEE, also die Gesamtanlageneffektivität als Kennzahl für Verfügbarkeit, Leistung und Qualität einer Anlage, lässt sich mit flexiblen Transportsystemen dann verbessern, wenn Engpässe bisher durch starre Materialflüsse entstanden. Wo das nicht der Fall ist, fällt der Effekt geringer aus.

Einordnung in den Markt

Schnaithmann ist nicht das einzige Unternehmen in diesem Bereich. Danobat präsentiert auf der AMB 2026 in Stuttgart Lösungen für automatisierte Präzisionsfertigung. Bystronic hat mit der Übernahme von Isochronic sein Automationsportfolio ausgebaut. Der Markt für flexible Fertigungsautomation entwickelt sich breit.

Für Produktionsverantwortliche im Mittelstand gilt: Die Technologie ist verfügbar und erprobt. Ob AMR im eigenen Betrieb sinnvoll sind, hängt von der konkreten Losgrößen- und Variantenstruktur ab.

Fazit

Schnaithmann verbindet zwei etablierte Technologien zu einem neuen Konzept: AMR als Transportplattform, Cobots als flexible Bearbeitungseinheit. Das Ergebnis ist eine Montagestation ohne feste Infrastruktur. Für Betriebe mit häufigen Produktwechseln oder wachsender Variantenvielfalt ist das ein konkreter Ansatz zur Reduktion von Rüstzeiten und Umbaukosten. Voraussetzung bleibt eine sorgfältige Planung der Schnittstellen und des Hallenumfelds.