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Das Luftfahrtunternehmen Aerodata aus Braunschweig hat seinen Prototypen einer Aufklärungsdrohne erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Die Drohne trägt den Namen Aeroforce X und soll künftig zur Überwachung von Nord- und Ostsee sowie zum Schutz kritischer Infrastruktur eingesetzt werden. Vorgestellt wurde das Fluggerät am Luftfahrtstandort Strausberg, rund 40 Kilometer östlich von Berlin. Die Ministerpräsidenten aus Brandenburg und Niedersachsen waren bei der Präsentation anwesend.
Technische Eckdaten des Prototypen
Die Aeroforce X hat eine Spannweite von rund 26 Metern. Sie besteht aus carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK), einem Material mit hohem Verhältnis von Festigkeit zu Gewicht. Das Fluggerät ist mit Sensoren ausgestattet und nutzt KI-gestützte Bildauswertung. Die maximale Flughöhe gibt der Hersteller mit rund 12,2 Kilometern an.
Der erste Flug ist für Oktober 2026 geplant. In dieser Erprobungsphase wird die Drohne noch mit einem Piloten an Bord fliegen. Erst danach soll der unbemannte Betrieb folgen. Die Serienfertigung peilt Aerodata für 2029 an.
Einsatzzweck: Überwachung und Lageerkennung
Aerodata-Vorstandsvorsitzender Neset Türkenmez beschreibt den Einsatzzweck konkret. Mit der Aeroforce X lasse sich dauerhaft überwachen, ob Schiffe ihr AIS-Ortungssignal manipulieren. Auch Unterseekabel in Nord- und Ostsee könnten so besser auf mögliche Gefährdungen beobachtet werden.
Am Flughafen Leipzig/Halle wurde kürzlich eine umgebaute, mit Sprengstoff bestückte Drohne zwischen Frachtflugzeugen entdeckt. Solche Vorfälle zeigen, dass unbemannte Systeme gezielt als Waffe oder Spionageinstrument eingesetzt werden.
Bundeswehr als potenzieller Abnehmer
Laut Aerodata laufen derzeit Gespräche mit der Bundeswehr über den Einsatz der Aufklärungsdrohne. Details zu Stückzahlen oder Vertragsrahmen wurden nicht genannt. Die Bundeswehr hat in den vergangenen Jahren ihren Bedarf an unbemannten Aufklärungssystemen deutlich ausgeweitet.
Für Unternehmen aus der Luft- und Rüstungszulieferung ist das Projekt ein Signal. Der Bedarf an Leichtbaukomponenten aus CFK, an Sensorik und an eingebetteten KI-Systemen dürfte mit dem Hochlauf zur Serienreife ab 2029 steigen. Aerodata fertigt den Prototypen in Strausberg, der Unternehmenssitz liegt in Braunschweig.
Ausblick
Bis zur Serienfertigung 2029 müssen Erprobung, Zulassung und Beschaffungsentscheidungen abgeschlossen sein. Für Zulieferer aus den Bereichen Leichtbau, Elektronik und Softwareintegration beginnt damit das relevante Zeitfenster für eine Positionierung als Partner.




















