Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.
Deutschland bleibt europäischer Spitzenreiter bei Großinsolvenzen. Im ersten Halbjahr 2026 meldeten 33 Unternehmen mit mehr als 50 Millionen Euro Jahresumsatz Insolvenz an. Das sind zehn Prozent mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres. Das meldet der Kreditversicherer Allianz Trade in einer am 4. September 2026 veröffentlichten Studie.
Rekordjahr 2025 ohne Trendwende
Das Jahr 2025 war bereits das schlechteste seit Beginn der Aufzeichnungen. Allianz Trade zählte damals 94 Großinsolvenzen in Deutschland, den höchsten Wert seit dem Start der Auswertung im Jahr 2015. Die ersten sechs Monate des Jahres 2026 zeigen keine Erholung.
Der kumulierte Jahresumsatz der betroffenen Unternehmen stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um drei Prozent auf rund 4,5 Milliarden Euro.
Automobilbranche führt die Statistik an
Sieben der 33 Großinsolvenzen entfielen auf die Automobilbranche, der höchste Wert unter allen Sektoren. Dahinter folgen der Einzelhandel mit fünf Fällen sowie Maschinenbau und Dienstleistungen mit je vier.
Diese Verteilung ist für Einkaufsleiter und Produktionsverantwortliche relevant. Großunternehmen stehen im Zentrum komplexer Lieferketten. Fällt ein Abnehmer oder Lieferant dieser Größenordnung aus, geraten Zulieferer und Dienstleister in der gesamten Kette unter Druck. Insolvenzbedingte Lieferausfälle können Produktionspläne kurzfristig durcheinanderwerfen.
Deutschland trägt ein Drittel der westeuropäischen Großinsolvenzen
In den vergangenen vier Quartalen registrierte Allianz Trade weltweit 504 Großinsolvenzen. Westeuropa kam auf 325 Fälle. Deutschland allein steuerte 97 Fälle bei, knapp 30 Prozent aller Großinsolvenzen in Westeuropa.
Frankreich folgte mit 69 Fällen, Italien mit 62 und Großbritannien mit 45. Jede dritte Großinsolvenz in Westeuropa stammt damit aus Deutschland.
Konjunkturaufschwung ohne Wirkung auf Insolvenzzahlen
Die verbesserte Konjunkturlage schlägt sich bislang nicht in sinkenden Insolvenzzahlen nieder. Das Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognose für Deutschland im Jahr 2026 auf 1,4 Prozent angehoben, nach zuvor 0,8 Prozent. Grund dafür sind unter anderem besser als erwartet laufende Exporte.
Für die Insolvenzsituation ändert das vorerst wenig. Der Anpassungsdruck in vielen Branchen bleibt hoch. Besonders anfällig sind laut Allianz Trade Unternehmen mit hohen Investitions- und Energiekosten sowie Betriebe mit geringer Preissetzungsmacht.
Kein Ende des Trends in Sicht
Allianz Trade erwartet für den weiteren Jahresverlauf keine Entspannung. Branchen wie Automobil, Maschinenbau und Teile des Einzelhandels bleiben laut Studie strukturell unter Druck. Die Kombination aus hohen Kosten, schwacher Binnennachfrage und globalen Wettbewerbsverschiebungen hält an.
Fazit
Für Unternehmen, die in Lieferketten mit Großabnehmern oder Zulieferern der Automobil- und Maschinenbaubranche eingebunden sind, steigt das Ausfallrisiko. Eine laufende Bonitätsprüfung von Geschäftspartnern und eine frühzeitige Absicherung von Forderungen sind operativ geboten. Die Zahlen des ersten Halbjahres 2026 belegen das.




















